"Konzept Zukunft"
Ambulante OP-Zentren
Kleine, wenig risikoreiche Eingriffe (z.B. Katarakt-OP, Nabel- und Leistenhernien, ...) könnten oftmals problemlos tageschirurgisch oder ambulant angeboten werden. In den Spitälern fehlen dazu zum Großteil noch die benötigten Strukturen und Konzepte, sowie derzeit vor allem das Personal. Im niedergelassenen kassenärztlichen Bereich werden Operationen kaum angeboten, da diese hochgradig defizitär sind. Österreich bildet im europäischen Vergleich das Schlusslicht mit einem Anteil von etwa 5% an ambulanten Eingriffen, während in vielen Ländern Europas manche Operationen fast ausschließlich ambulant durchgeführt werden. Es besteht hier in Österreich also großes Potential zur Kosten- und Effizienzsteigerung. Größte Hürde in der Umsetzung ist die Finanzierung ambulanter operativer Leistungen, die derzeit durch die unterschiedlichen Zuständigkeiten zwischen ambulant und stationärem Bereich zwischen Gesundheitskassen, sowie Bund und Ländern aufgeteilt ist. Eine gemeinsame Finanzierung oder die Etablierung einer dritten Säule für den ambulant öffentlichen Sektor, ähnlich wie in Deutschland, wäre denkbar.
Um die Spitäler zu entlasten müssten aber im niedergelassenen Bereich ausreichend operative Ressourcen geschaffen werden.
Die Gesellschaft für ambulantes Operieren setzt sich deswegen für die Etablierung ausgelagerter ambulanter operativer Zentren ein.
Dies hat mehrere Vorteile:
- Entlastung der öffentlichen Krankenhäuser durch Übernahme weniger komplexer Eingriffe in direkter Kooperation
- Verbesserung der Gesundheitsversorgung durch zeitnahe ambulante Operationen nach höchsten Qualitätsstandards in den Bereichen Chirurgie, Orthopädie und Traumatologie, Gynäkologie, Urologie, Ophthalmologie, plastische Chirurgie und Dermatologie
- Kostenersparnis durch Vermeiden nicht notwendiger stationärer Aufenthalte
Das Spektrum möglicher operativer Eingriffe umfasst:
- Allgemein u. Viszeralchirurgie: Hernienchirurgie, Proktologie, Gallenblase, ...
- Augenheilkunde: Kataraktoperationen, Glaukomoperationen
- Dermatologie: Probenentnahme, Inzision und Exzision, Eingriffen an Nagel und Nagelbett, sowie kleine Hauttransplantate
- Gynäkologie: Schwangerschaftsabbrüche, Cürettagen, Konisationen, diagnostische Laparoskopie, Hysteroskopie, …
- Kinderchirurgie: Leistenhernien, Nabelhernien, Hydrozele, Hodenhochstand, Phimose und diverse Hautveränderungen
- Orthopädie u. Unfallchirurgie: Handchirurgie, Fußchirurgie, Arthroskopie, Entfernung von Osteosynthesematerial
- Urologie: Eingriffe an männlichen Geschlechtsorganen, Harnröhre, Hoden und Nebenhoden